Bach in Jazz

Reibung zweier Musikstile

Bach ist in Leipzig eine heilige Kuh. Wer es hier wagt, sich kreativ mit dem Werk des großen Thomaskantors zu befassen, sollte es gut machen. Stephan König hat es gut gemacht: Am Sonntagabend stellte er in der Michaeliskirche zugunsten des Zentrums für Drogenhilfe sein Programm „Bach in Jazz“ vor.
Dass Instrumentalwerke Bachs verjazzt werden, ist indes nichts Ungewöhnliches. Gemeinsam mit Martin Petzold hat sich König aber mutiger Weise Tenorarien aus Passionen und Kantaten vorgenommen. Während der Gesangspassagen halten sich die Mitglieder des Königstrios dezent zurück, um in Zwischenteilen und Soli druckvoll zu grooven. Stephan König spielt klar, prägnant und virtuos; am Schlagzeug bringt Wieland Götze mit viel Besen dezente und farbenreiche Akzente, und Bassist Thomas Stahr ergänzt ein stimmungsvolles Einleitungssolo zur Badinerie. Auch in dieser ungewohnten Stilkombination interpretiert Martin Petzold mit Überzeugung und Nachdruck. Die zahlreich erschienenen Zuhörer danken mit stehenden Ovationen.

Auszug LVZ – Artikel, Dienstag 18.01.2011
Autor: Heike Bronn

Impressionen der Veranstaltung: